Schnelles Internet auch in Hohenwart möglich

UB-Aktion stößt auf großes Interesse

Einer schnellen Internet-Versorgung steht auch im Stadtteil Hohenwart nichts im Wege. Dies ist das Ergebnis einer von den Unabhängigen Bürgern initiierten Präsentation in Hohenwart, bei der die zahlreichen Interessierten bald aus dem überfüllten Nebenzimmer in den großen Gastraum umziehen mussten.

Der UB-Vorsitzende Dr. Bernd Grimmer freute sich, dass er zu dieser Veranstaltung neben den UB-Stadträten Zilly und Dr. Krammerbauer auch den Hohenwarter Ortsvorsteher, Herrn Schröck, begrüßen konnte. Dieser hatte sich - ebenso wie UB in Eutingen – seit Jahren für eine Verbesserung der Internetversorgung eingesetzt. Er kam jedoch im Dickicht zwischen privatisierter Telekom, die kein Interesse mehr hat, teure Erdleitungen zur Mitnutzung durch die Konkurrenz zu verlegen, und einer unentschlossenen Stadtverwaltung, die nicht einmal bereit war, vorsorglich Leerrohre zu verlegen, nicht wesentlich voran.

Es erging ihm damit ähnlich wie dem Eutinger Unternehmer Jörg Schwaderer, der als UB-Vorstandsmitglied daraufhin das Thema angeschoben hatte und für Eutingen eine schnelle Internetverbindung umsetzte. Schwaderer beschrieb in der Veranstaltung seine Bemühungen und Anträge hierzu, führte in die Problematik ein und zeigte die Schwierigkeiten auf, die durch die hohen Investitionskosten für Erdarbeiten und die formalen Hemmnisse für die Anbindung an das Glasfasernetz gegeben sind.

Einen Ausweg zeigt nun die in der Präsentation vorgestellte Richtfunklösung, die bei hinreichendem Interesse der potentiellen Nutzer innerhalb von drei Monaten umgesetzt werden kann. Mit Richtfunk ist es möglich, den Anwendern bis zu 100 MBit/sec. anzubieten. Dazu wird aus einem Glasfaserkabel in der Umgebung das Signal in einen Sender eingespeist, der den Stadtteil komplett versorgt. Zwar ist hierzu Sichtverbindung erforderlich, diese sei bei entsprechender Platzierung des Senders in nahezu allen Fällen möglich, so der Referent, Herr Reckling von der Fa. Skytron. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen sei als Kunstgriff ein "Umweg" erforderlich, der die Nutzer aber nicht berühre.

Einen breiten Raum nahm die Diskussion über die Gefahren durch eine weitere Strahlequelle ein. Hierzu war zu erfahren, dass es sich bei der Richtfunktechnik ähnlich wie beim Rundfunk nicht um gepulste Strahlung handelt, im Gegensatz zu Mobiltelefonen oder Mobilteilen an Festnetzanschlüssen, welche vergleichbar der Mikrowellentechnik mit bis zu zwei Watt eine unerwünschte Wärme am Ohr erzeugen. Der Richtfunk arbeite dagegen mit einer wesentlich geringeren Leistung, und die Strahlung liege damit – unabhängig von der völlig anderen Technik – bei weniger als einem Zehntausendstel des Mobilfunks.

Da die Investitionen für die Errichtung eines Senders und den Netzbetrieb zwar wesentlich geringer sind als bei der Verlegung von Erdkabel, die Investition sich jedoch auch rechnen muss, nannte der Referent eine Mindestnutzerzahl von ca. 100 Anschlüssen als Voraussetzung dafür, dass er tätig werden und ggf. innerhalb von drei Monaten nach Start der Investitionen den Betrieb aufnehmen kann. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt seien, lägen die Kosten für einen Anschluss etwa im Bereich des am Markt üblichen. Auch Telefonie – unter Mitnahme der bekannten Rufnummer – sei über das Richtfunk-Netz möglich und vorgesehen.