Heftige Kritik am Vorgehen der Stadtverwaltung äußerten die Mitglieder der Unabhängigen Bürger bei ihrer jüngsten Sitzung zu dem willkürlich produzierten Verkehrschaos am Wochenende in der Innenstadt. Zwar sei es nachvollziehbar, bei herabstürzenden Ziegeln kurzfristig den entsprechenden Straßenabschnitt zu sperren. Unverständlich sei hingegen, dass es nicht möglich gewesen sei, am Samstagvormittag innerhalb weniger Stunden eine, ggf. auch provisorische, Dachreparatur durchzuführen. Bei allen gängigen Gewerken gebe es Notdienste, die für solche Fälle eine Bereitschaft rund um die Uhr anbieten. Notfalls hätte auch die Feuerwehr selbst, die ja vor Ort war, eingreifen können.

Völlig unmöglich sei es jedoch gewesen, eine Sperrung durchzuführen, welche den Verkehr zwar in das Gebiet hineinlässt, aber keinen hinreichenden Abfluss gewährleistet, zumal sich in diesem Areal die Ein- und Ausfahrt zu Parkhaus der Schlössle-Galerie befinde und der erste Einkaufssamstag im Monat angesagt war. Lediglich kurze Zeit haben zwei Polizisten die obere Goethestraße – entgegen der üblichen Fahrtrichtung – für den nach Norden abfließenden Verkehr freigegeben, seien dann aber wieder abgezogen, worauf wenige Minuten später die chaotische Situation wieder entstand. Man hätte erwarten können, so die Unabhängigen Bürger, dass die verkehrslenkenden Stellen mit so viel Verstand arbeiten, dass Sie Sperrungen und Umleitungen auch für Zu- und Abfluss gleichgewichtig regeln.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde auch der Flickenteppich im Fußgängerbereich hinter dem Theater angesprochen, der einer "Goldstadt" völlig unwürdig sei, gerade in einem Bereich, den Besuchergruppen am Waisenhausplatz zum Theater und Congress-Centrum besonders frequentieren. Nachdem eine ähnliche Situation in der Höllgasse endlich bereinigt sei, müsse diese peinliche Situation auch hier baldmöglichst beendet werden.

Schließlich wurde angemerkt, dass die Zugänge zum neu gestalteten Flussufer der Enz in der Innenstadt nur wenig von der Bevölkerung angenommen werden. Das liege wesentlich auch daran, dass bei den Treppenanlagen auf Handläufe verzichtet wurde, weshalb ältere Mitbürger oft von der Nutzung ausgeschlossen werden.