Nach intensiven mehrtägigen Beratungen geht die Fraktionsgemeinschaft aus Freien Wählern (FW), Unabhängigen Bürgern (UB) und ListeBürgerBeteiligungshaushalt (LBBH) mit produktiven Ideen und Finanzierungsvorschlägen in die dreitätigen Haushaltsberatungen. Schwerpunkte will die drittgrößte Gemeinderatsfraktion in den Bereichen Bildung und Soziales setzen.

Große Hoffnungen setzt die Fraktionsgemeinschaft in das bürgerschaftliche Engagement zur Erhaltung des Wartbergfreibads, das man in Kooperation mit einer Anschubfinanzierung durch die Stadt auch langfristig unbedingt erhalten möchte. Zugleich fordern die parteiunabhängigen Stadträte den Einstieg in die umfassende und lang versprochene Sanierung der Nordstadtschule. Die Kürzung bei der Aids-Hilfe soll auf ein moderates Maß zurückgefahren werden, um die so notwendige Erhaltung der Beratungsstelle genauso zu ermöglichen wie die sozialpolitisch so wichtige Jugendarbeit in den Stadtteilen.

Im Gegenzug macht die Fraktionsgemeinschaft auch konkrete Vorschläge zur Finanzierung ihrer Forderungen. Die Stadt soll auf das teure EFRE-Kreativzentrum im Emma-Jäger-Bad mit neun Millionen Euro Ausgaben verzichten und stattdessen den benötigten Strukturwandel im Dienstleistungssektor auf kleinerem Niveau beginnen. Den kostenträchtigen Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs Mitte möchte man genauso verschieben wie die Installation des elektronischen Parkleitsystems. Die umstrittene Rathaussanierung akzeptieren die Kommunalpolitiker nur in abgespeckter Version zur Instandsetzung und brandschutzrechtlicher Qualitätssicherung, um den rechtlichen Vorschriften gerecht zu werden. Außerdem fordert die Fraktionsgemeinschaft von der Verwaltung, künftig auf die zahlreichen externen Gutachten zu verzichten, wie etwa ein CO2-Gutachten für rund 60.000 Euro. Auch die unwirtschaftliche gewordene Deponiegasverwertung Hohberg steht auf der Streichliste der Fraktion.
Weiterhin kritisch beobachtet die Fraktionsgemeinschaft Bestrebungen der Verwaltung im Bereich der Abfallwirtschaft, wo man die ab 2011 geplante Abschaffung der Spermüllsammlung nicht akzeptieren wird. Dagegen spricht sich das siebenköpfige Gremium für die Einsparung des dritten Bürgermeisterbeigeordneten aus und fordert von der Verwaltung, die bestehenden Geschäftsbereiche auf die vorhandenen Dezernate zu verteilen, um einen weiteren Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten.