Antrag auf Einrichtung eines Jugendgemeinderates

In Anbetracht der zunehmenden Politikverdrossenheit und dem mangelnden Interesse an politischen Vorgängen in der gerade jungen Bevölkerung stellt die Fraktionsgemeinschaft, bestehend aus Freien Wählern, Unabhängigen Bürgern und der Liste BürgerBeteilungungsHaushalt den Antrag, gemäß § 41a GemO einen Jugendgemeinderat einzurichten und zeitnah die dafür notwendigen Wahlen abzuhalten sowie die für das Gremium notwendige Geschäftsordnung zu erarbeiten.

Wie der am Mittwoch neu vereidigte Stadtrat der Unabhängigen Bürger, Tobias Krammerbauer, dabei erläuterte, soll mit der Einrichtung eines Jugendgemeinderats den Jugendlichen symbolisiert werden, dass die Stadt Pforzheim ihre Sorgen, Nöte und Interessen ernstnimmt und sie zur Mitarbeit in einem entscheidungsträchtigen Gremium animieren möchte. Zugleich räumt ihnen das Gremium ein größeres und direktes Mitspracherecht ein, etwa bei der Gestaltung und Einrichtung von Spiel- und Sportplätzen, bei der Rad- und Verkehrswegeplanung, bei der Umgestaltung von Schulhöfen, beim öffentlichen Personennahverkehr, bei der Einrichtung und Mitgestaltung von Jugendhäusern und Jugendzentren, bei Umweltaktionen sowie bei der generellen Einbringung von politischen Diskussionen in der Gemeinde, so die Ansicht des 26-jährigen Juristen.

„Der Jugendgemeinderat wäre ein Sprachrohr der Jugend und würde zugleich auch eine engere Verbundenheit der Jugendlichen mit ihrer Heimatstadt bewirken. Außerdem wäre er eine hervorragende Plattform, um junge Menschen auf spätere politische Aktivitäten vorzubereiten", erklärt Krammerbauer und weist darauf hin, dass mit Ausnahme von Mannheim und Pforzheim bereits alle baden-württembergischen Stadtkreise einen solchen Jugendgemeinderat eingerichtet haben, der schon mit einem geringen Etat von nur wenigen tausend Euro pro Jahr seine zahlreichen positiven Wirkungen entfalten könnte. Insgesamt seien es 92 Gemeinden in Baden-Württemberg, die einen Jugendgemeinderat installiert haben. Wie gut dieses Forum andernorts aufgenommen wird, beweist beispielsweise eine Wahlbeteiligung von knapp 45 Prozent, wie sie die Stadt Tübingen bei ihrer jüngsten Wahl erreichen konnte.